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Allwissenheitsirrtümer

Bezeichnet den (meist impliziten) Denkfehler, man könne vollständige Kenntnisse eines Themas oder Sachverhaltes haben, obwohl dies faktisch nicht möglich ist.

Dies zeigt sich meist in Aussagen, die als Allsätze formuliert sind.

Zum Beispiel:

Alle Schotten sind geizig.

Um eine solche Aussage zu treffen, müsste man wirklich alle Schotten gut genug kennen, um ihre Großzügigkeit bewerten zu können, was nach praktischen Gesichtspunkten nicht möglich ist.

Andere Namen

  • Argument from omniscience
  • Amazing familiarity

Beschreibung

Allsätze sind prinzipiell aussagekräftiger als Existenzsätze – nicht zuletzt gerade, weil sie vollständiges Wissen mit sich bringen. Dies kann dazu verführen, vorschnell, d.h. aufgrund (zu) weniger Beispiele auf eine allgemeine Regel zu schließen ( Vorschnelle Verallgemeinerung).

Auch rhetorisch können starke, allgemeine Aussagen den Eindruck erwecken, der Redner spreche mit Selbstbewusstsein, aus einer Position der Stärke heraus. Dies kann überzeugend wirken, solange die Gültigkeit der Aussagen nicht hinterfragt wird.

Um solche Aussagen treffen zu können, ist aber auch ein sehr großes (in manchen Fällen: vollständiges) Wissen über die Sache nötig, was aber kaum erreichbar ist – in vielen Fällen, ist es sogar schlichtweg unmöglich.

Der Kern dieser Gruppe von Denkfehlern ist es, dass (fälschlich) angenommen wird, man habe solches Wissen.

Gerechtfertigte Anwendung

Vollständiges Wissen

Es gibt nur einige wenige Situationen, in denen vollständiges Wissen tatsächlich möglich ist:

In erster Linie ist es innerhalb von formellen Systemen (wie z.B. der Mathematik) möglich, allgemeingültige Aussagen aufzustellen, die auf von vollständigem Wissen beruhen. Zum Beispiel:

Alle geraden Zahlen sind durch zwei teilbar.

Wir wissen, dass diese Aussage für alle geraden Zahlen gültig ist, da sich dies aus der Definition des Aus­druckes „gerade Zahl“ ergibt (siehe hierzu auch  Tautologie).

Darüber hinaus kann es Situationen geben, in denen tatsächlich alle Elemente einer Menge bekannt sind. Zum Beispiel können Eltern gewöhnlich allgemeine Aussagen über ihre Kinder treffen:

Alle meine Kinder sind schon erwachsen.
Keines meiner Kinder heißt Horst.

In einer solchen Situation kann man tatsächlich die Sherlock-Holmes Methode zur eliminativen Induktion anwenden:

Da Kind A in der Schule ist und Kind B bei der Großmutter, muss Kind C der Übeltäter sein.

Unterartikel

Siehe auch

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