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Apophänie

Eine Form von Denkfehler, bei dem in zufällige Muster oder Ereignisse eine tiefere Bedeutung hinein­interpretiert wird.

Einige der Gänseblümchen in meinem Garten wachsen in einem Muster, das aussieht wie ein Pfeil, der auf den Apfelbaum gerichtet ist.
Wahrscheinlich ist das ein Zeichen, dass unter dem Baum ein Schatz vergraben ist.

Wenn es nicht gerade andere stichhaltigen Gründe dafür gibt, zu vermuten, dass im Garten ein Schatz ver­graben wurde, und es auch keinen triftigen Grund dafür gibt, warum die Blumen anders als zufällig ein sol­ches Muster bilden, sollte man davon ausgehen, dass dieses Muster einfach zufällig entstanden ist und den Apfel­baum in Ruhe lassen.

Beschreibung

Die Apophänie ist ein Denkfehler, der sich aus dem unkritischen Umgang mit den Effekten einer Clustering-Illusion (einer Form von kognitiver Verzerrung) ergibt. Sie ist eng verwandt mit der Pareidolie.

Sie tritt grundsätzlich bei jedem auf, kann aber – im Gegensatz zur ihr zugrunde liegenden Pareidolie – durch rationales Denken kon­trol­liert werden und stellt dann gewöhnlich auch kein ernstes Problem dar. Ein solches entsteht erst, wenn man allzu unkritisch damit umgeht und sie nicht mehr als Irrtum erkennt. Dies kann dann eine Grund­lage für magisches Denken bis hin zu Ver­schwör­ungs­theorien sein.

Hinweis: Im Extremfall können weitgehend ungefilterte Apophänien ein Anzeichen einer schizo­phrenen Persön­lich­­keits­­störung sein. Man sollte aber ausdrücklich nicht davon ausgehen, dass jede Apophänie auch mit Schizophrenie zu tun hat.

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Beispiele

Sternbilder

Die (sichtbaren) Sterne am Nachthimmel sind pseudo-zufällig verteilt: die Positionen der Sterne zueinander hat wenig bis gar nichts mit ihrer tatsächlichen Position im Raum zu tun, und ihre Helligkeit hängt ebenso von der Entfernung wie von der Leuchtkraft ab. Von uns aus gesehen nahe beisammen stehende Sterne können also tatsächlich viele tausend Lichtjahre voneinander entfernt sein, ebenso wie ein hell erscheinender Stern eigent­lich licht­schwach aber nahe, oder aber sehr lichtstark aber fern sein kann – und umgekehrt kann ein näherer Stern aufgrund seiner geringen Lichtstärke mit bloßem Auge unsichtbar sein.

Da die von den sichtbaren Sternen gebildeten Muster über lange Zeiträume unveränderlich zu sein scheinen und leicht wiedererkennbar sind, liegt es nahe, diesen auch Namen zu geben. Kaum ver­wunder­lich wurden diese aber zu unter­schiedlichen Zeiten und von unterschiedlichen Kulturen auch unterschiedlich gruppiert und benannt – so ist z.B. der „Große Wagen“ ein Teil des größeren Sternbildes „Großer Bär“ (Ursa Major ).

In vielen Fällen war und ist die Kenntnis von Sternen und unter welchen Umständen sie wo am Himmel zu sehen sind, von großer Bedeutung: etwa zur Bestimmung von Jahreszeiten, oder zur Navigation auf dem offenen Meer. Ebenso haben sich die Sternzeichen für die moderne Astronomie als Mittel bewährt, um die Himmels­regionen eindeutig zu bezeichnen.

Zur Apophänie wird es dagegen, wenn in die so benannten Himmelsbildern tiefere Bedeutungen hinein ­inter­pretiert werden, ihnen also Einfluss auf Charaktereigenschaften oder Lebensereignisse zugewiesen wird.

Ley-Linien

Die Theorie der sog. „Ley-Linien“ ist ein pseudo-wissenschaftliches Konzept, das auf der Beobachtung beruht, dass historische Kultstätten, Ortschaften, Landmarken häufig an gedachten Linien aufgereiht platziert zu sein scheinen. Neben verschiedenen rationalen Erklärungsversuchen wurde diesen Linien auch mythische oder spirituelle Bedeutungen zugeschrieben.

Es wurde allerdings auch gezeigt, dass sich ähnliche Linien genauso gut durch die Positionen profaner Land­marken, wie Tele­fon­zellen oder Fastfood-Restaurants zeichnen lassen, was die „Bedeutung“ solcher Linien deutlich in Zweifel zieht.

Tatsächlich lassen sich durch eine hinreichend große Anzahl von zufällig verteilten Punkten fast immer Linien ziehen, die mindestens drei Punkte umfassen. Die entscheidenden Faktoren sind hierbei die Grund­gesamt­heit (hier die Zahl aller Punkte), die Anzahl, die mindestens auf einer Linie liegen müssen, um eine solche zu bilden (typischerweise 3 bis 5), sowie die Un­genauigkeit (Abweichung vom präzisen Punkt), die man zu akzeptieren bereit ist ( Prävalenzfehler).

In manchen Fällen wurde das Konzept auch als architektonisches bzw. stadt­planer­isches Mittel aufgegriffen (z.B. als Sichtachsen) oder sind aus pragmatischen Erwägungen entstanden (z.B. Straßen, die benachbarte Ortschaften auf direktem Weg verbinden). In diesen Fällen sind die Linien natürlich tatsächlich ab­sicht­lich ent­standen. Eine tiefere Bedeutung ergibt sich daraus aber dennoch nicht.

Siehe auch

Weitere Informationen

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