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Akzidensfehler

Eine unzulässige Verallgemeinerung, bei der eine allgemeine Regel angewendet wird, obwohl in dem spezifischen Fall eine Ausnahme anwendbar wäre.

Zum Beispiel:

Es ist illegal, einen Menschen zu verletzen.
Daher ist es auch illegal, wenn ein Chirurg eine Notoperation durchführt.

Auch wenn die allgemeine Regel sicher gerechtfertigt ist, gibt es doch besondere Umstände, in denen von einer solchen Regel ab­gewichen werden kann. Ins­besondere eine „Not­operation“, also ein Ein­griff, der dazu dient, das Leben des Menschen zu retten, ist mit Sicher­heit eine solche Ausnahme.

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Namen

Andere Namen und Bezeichnungen

  • Pauschale Verallgemeinerung
  • Accident fallacy
  • Secundum quid (et simpliciter)
  • A dicto simpliciter (ad dictum secundum quid)

Hinweis zum Namen

Der Begriff „Akzidens“ (manchmal auch „Akzidenz“ geschrieben) bezeichnet einen nicht-wesent­lichen Aspekt einer Sache. Er bildet das Gegenteil zur „Substanz“. Das Wort leitet sich vom Latein­ischen „accĭdens“ ab, welches auch mit „zufällig Geschehendes“ oder „Umstand“ übersetzt werden könnte. Das englische Wort „accident “ („Unfall“) hat zwar den gleichen Ur­sprung, führt in diesem Zusammen­­hang aber eher in die Irre.

Der Name verweist also darauf, dass bei diesem Denkfehler die Begleitumstände, durch welche eine Ausnahme zu der allgemein gültigen Regel gerechtfertigt wäre, nicht beachtet werden.

Beschreibung

Weitere Beispiele

Deontologische oder konsequentialistische Ethik

Der Akzidensfehler berührt eine der Grundfragen der philosophischen Ethik, nach der Handlungen ent­weder dahin­gehend zu bewerten sind, ob sie all­gemein­gültigen Regeln ent­sprechen ( Deon­to­logische Ethik), oder danach, welche Folgen sie haben ( Kon­se­quen­tial­ismus).

Beide Ansätze sind in vielen Situationen miteinander kompatibel, wider­sprechen sich jedoch in an­de­ren. Beide An­sätze können darüber hinaus, wenn sie konsequent angewandt werden, zu wider­sin­nigen, offensichtlich „unethischen“ Handlungen führen. Die „ethisch korrekte“ Anwendbarkeit beider Ansätze in verschiedenen Situationen führt deshalb auch häufig diskutiert.

Ein gutes Beispiel hierfür ist das Gebot, nicht zu lügen, welches aus einer deontologischen Sichtweise absolut gilt. Aus dieser Sicht ist es also unter allen Umständen moralisch geboten, die Wahrheit zu sagen, auch wenn dies möglicherweise negative Konsequenzen hat (siehe z.B. Immanuel Kants Aufsatz „Über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lügen“).

Dagegen wird aus einer konsequentialistischen Sicht anerkannt, dass es spezifische Rahmen­beding­ungen gibt, unter denen die allgemeine Regel nicht mehr anwendbar ist, sondern eine Aus­nahme gemacht werden muss. Als ein typisches Beispiel für eine solche Situation gilt es etwa, dass eine Lüge möglich sein muss, wenn man damit jemanden, der vor einer Gewalttat flieht, vor seinen Ver­folgern versteckt, und ihm damit das Leben rettet. So argumentierte etwa Benjamin Constant in seiner Replik „Des réactions politiques“ (1797) auf Kants o.g. Aufsatz.

Hinweis: Auch eine konsequentialistische Ethik erlaubt den Regelbruch nur, um übermäßig nega­tive Konsequenzen zu vermeiden – etwa wie in dem Beispiel, um ein Menschenleben zu retten. Eine Lüge zur Erlangung persönlicher Vorteile, oder um erträgliche Nachteile zu vermeiden, wäre davon nicht abgedeckt.

Siehe auch

Weitere Informationen

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