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(Argumentum) ad Hominem

Lateinisch für: „(Argument) gegen die Person“. Bezeichnet einen un­sach­lichen Angriff auf die Person, die ein Argument vorträgt; im Gegensatz zum Argument ad res, welches sich gegen das Argument selbst richtet.

In den meisten Fällen sind solche als Angriffe als unsachlich und unfair anzusehen (für Ausnahmen, siehe unten).

In den meisten Situationen dienen ad hominem-Angriffe als Ablenkungs­manöver, also rhetorische Mittel, die vom eigentlichen Diskussionsthema ablenken sollen.

Andere Namen

  • Persönlicher Angriff
  • Argument gegen die Person

Hinweis zum Namen: das lateinische Wort „homo“ (dessen Akkusativ Singular „hominem“ ist) stammt zwar ursprünglich von dem Begriff für „Mann“ ab, kann aber auch als „Mensch“ oder – ins­be­son­dere in diesem Zusammen­hang – als „Person“ über­setzt werden. Es impliziert aus­drück­lich nicht das Geschlecht der Person, die an­ge­griffen wird.
Siehe hierzu auch:  Ety­mo­logischer Irrtum, (Argu­mentum) ad Feminam.

Beschreibung

In einer sachlichen Diskussion sollte über die Sache geredet werden, nicht über die Personen, die ihre Positionen vortragen. Um ein Argument zu bewerten ist in den meisten Fällen (Ausnahmen siehe unten) die Person, die es vorträgt, sogar völlig irrelevant.

Wer versucht, eine Position zu diskreditieren, indem man die Person selbst angreift, argumentiert daher, im wahrsten Sinne des Wortes unsachlich.

Autoritätsargument

Das Argument ad hominem ist in gewissem Sinne das Gegenteil des Autoritätsargumentes. Während dort versucht wird, einem Argument besonderes Gewicht zu geben, indem man es mit einer angesehenen Autorität verknüpft, wird hier versucht, es zu diskreditieren, indem man die Person angreift, die das Argument vertritt.

Einschränkungen

Grundsätzlich sind alle ad hominem-Argumente als unfaire rhetorische Mittel anzusehen, da sie nicht zur sachlichen Diskussion beitragen und stattdessen das Klima vergiften. In bestimmten Fällen gibt es jedoch Einschränkungen hierzu, also Themenbereiche oder Diskussionsformen in denen ein Angriff auf die Person gerechtfertigt sein kann.

Die Person als Teil des Argumentes

Es gibt Situationen in denen die Person, die (direkt oder indirekt) ein Argument vorträgt, selbst Thema der Diskussion ist, etwa wenn es um die Glaubwürdigkeit eines Zeugen geht, oder um die Fachkenntnisse eines Experten oder auch die charakterliche Eignung für eine Aufgabe (etwa für ein politisches Amt).

In solchen Fällen kann ein Argument gegen die Person ein gerechtfertigtes Mittel der Diskussion sein. Etwa indem man aufzeigt, dass der Zeuge bereits vorher gelogen hat, oder dass ein „Experte“ überhaupt nicht die Qualifikationen hat, die er zu haben vorgibt.

Aber auch hier kann es kein Freibrief für beliebige persönliche Angriffe geben: Jeder Einwand gegen die Person muss stets sachlich begründet, zum Thema passend und natürlich fair und proportional sein. In keinem Fall sind Beleidigungen, Unterstellungen oder unbelegte Behauptungen (z.B. Gerüchte) ein probates Mittel des fairen Diskurses.

Überempfindlichkeiten

Man begegnet immer wieder Personen, die jegliche Form von Widerspruch gegen ihre Ansichten oder Posi­tionen als persönlichen Angriff wahrzunehmen scheinen und so quasi beliebige Argumente als ad hominem und damit unfair zurückzuweisen versuchen.

Gerade Ansichten, welche die fundamentalen weltanschaulichen Prinzipien betreffen – insbesondere die religiösen oder auch politischen Grundsätze – scheinen von vielen als Teil ihrer Persönlichkeit angesehen zu werden. Das sollte Grund genug sein, solche Themen mit etwas mehr Feingefühl anzugehen. Eine Recht­ferti­gung, sich persönlich angegriffen zu fühlen, wenn man sach­lichen (!) Widerspruch erfährt, ist das jedoch auf keinen Fall.

Anders gesagt, auch wenn man eine Position oder ein Weltbild als Teil der eigenen Persönlichkeit empfindet und sich durch Widerspruch provoziert (neudeutsch: „getriggert“) fühlt, ist sachlicher Widerspruch dennoch grundsätzlich gültig und kein ad hominem-Angriff.

Unterseiten

Siehe auch

Weitere Informationen

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