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Ignoratio Elenchi

(Lat./Altgr: „Unkenntnis der [korrekten] Wider­leg­ung“) ist eine Be­zeich­nung für ver­schied­ene Formen von Schein­argu­menten. Es besagt, dass die vor­ge­legten Argu­mente nicht ge­eig­net sind, die vor­ge­brachte Posi­tion zu unter­stützen, oder dass sie die geg­ner­ische Posi­tion nicht ent­kräften.

Andere Namen

  • Irrelevante Schlussfolgerung
  • Das Thema verfehlen
  • (Fallacy of) irrelevant conclusion

Herkunft und Abgrenzung

Aristoteles benutzte diesen Begriff bereits in seinem Werk Organon, allerdings mit einer sehr viel weiteren Bedeutung als es heute üblich ist – im aristotelischen Sinn umschließt dieser Ausdruck praktisch alle (logischen und rhetorischen) Fehler.

Diese sehr weite Auslegung des Begriffes ist heute nicht mehr üblich, stattdessen wird „Ignoratio elenchi “ heute meist als Synonym für ein (rhetorisches) Ablenkungsmanöver gebraucht.

Im Rahmen dieser Site wird der Begriff weiter abgegrenzt und bezeichnet nur rhetorische Fehler die aus absichtlichen oder unabsichtlichen Argumentationsfehlern herrühren. Der Begriff ist somit das rhetorische Gegenstück zum Non Sequitur im Bereich Logik.

Beschreibung

In diesem Sinne bezeichnet „Ignoratio elenchi jede Form von Erwiderung, welche nicht geeignet ist, das Aus­gangs­argu­ment zu schwächen oder zu widerlegen. Dazu gehören u.a. die folgenden Scheinargumente und Ablenkungsmanöver:

Dabei ist zu beachten, dass es praktisch für alle diese auch Ausnahmen gibt, wo sie gerechtfertigt sein können. In diesen Fällen handelt es sich natürlich auch um keine Ignoratio elenchi-Fehler.

Beispiele

Geimpft oder Genesen

Ein reales Beispiel für ein solches Scheinargument aus einem Online-Forum in einer Diskussion zur Frage: „soll man seine Kinder gegen Covid-19 impfen lassen?“

Während die eigentliche Frage in dem Forum zwar kontrovers, aber durchaus sach­lich diskutiert wurde, vertrat ein Dis­kuss­ions­teil­nehmer die folgende These (hier etwas para­phrasiert):

Kinder sollten nicht geimpft werden, sondern sich auf ihr natürliches Immunsystem verlassen.

Zum Beleg wurde auf eine Studie verlinkt, deren Haupterkenntnis wie folgt zusammengefasst werden könnte:

Die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufes einer Covid-19 Infektion ist bei Patienten, die nur eine Impfung erhalten haben, höher als bei solchen, die zuvor schon von einer Infektion genesen waren.

Dieses Ergebnis (welches übrigens zumindest in dieser Ver­ein­fachung einer kritischen Über­prüfung nicht stand­halten dürfte) belegt die These aber nur auf den ersten Blick: denn die eigent­liche Frage ist ja, welche Gefahr für Kinder besteht, die keiner­lei Immun­antwort auf den Erreger haben – anders gesagt: die Wahl be­steht nur zwischen ge­impft oder un­ge­impft.

Oder aus einer anderen Perspektive gesehen: die einzige Möglichkeit für Eltern, ihre Kinder in die – möglicherweise bessere – Position zu bringen, dass sie durch Genesung eine bessere Immun­antwort auf Covid-19 zu haben als durch eine Impfung, wäre es, diese ab­sichtlich oder (grob) fahr­lässig mit diesem Virus zu in­fi­zieren. Diese Alter­na­tive ist aber zwei­fel­los sehr viel ge­fähr­licher – sowohl für die Kinder als auch für ihre Um­gebung – als die Option der Impfung.

Aus der genannten Studie kann man durchaus Schlüsse ziehen: nämlich dass es für bereits Genesene unter bestimmten Umständen nicht notwendig sein kann, sich auch noch impfen zu lassen (lassen Sie sich hierzu aber besser von ihrem Hausarzt beraten). Für alle anderen ist eine Impfung der beste Weg, einen schweren Verlauf einer Covid-19 Infektion zu vermeiden.

FIXME Dieser Artikel ist noch in Arbeit. Weitere Beispiele folgen.

Siehe auch

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