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rhetorik:scheinargumente:autoritaetsargument:hauptseite [30.12.20, 19:33:07]
sascha [Wann ist ein solcher Verweis nicht gerechtfertigt?]
rhetorik:scheinargumente:autoritaetsargument:hauptseite [14.08.21, 19:10:49] (aktuell)
sascha [Wann ist ein Verweis auf eine Autorität wirklich ein Scheinargument?]
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 ====== Autoritätsargument ====== ====== Autoritätsargument ======
  
-Rhetorisches [[rhetorik:scheinargumente:hauptseite|Scheinargument]], bei dem anstatt mit sachlichen Argumenten die Position zu verteidigen, einfach auf die Aussage einer Autorität verwiesen wird.+Rhetorisches [[rhetorik:scheinargumente:hauptseite|Scheinargument]], bei dem anstatt mit sachlichen Argumenten die Position zu verteidigen, einfach auf die Aussage einer Autorität ver­wiesen wird.
  
 ===== Andere Namen ===== ===== Andere Namen =====
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   * <html><i lang="en">Appeal to authority</i></html>   * <html><i lang="en">Appeal to authority</i></html>
   * <html><span title="Lat.: (er/sie) selbst hat es gesagt!"><i lang="la">Ipse dixit!</i></span></html>   * <html><span title="Lat.: (er/sie) selbst hat es gesagt!"><i lang="la">Ipse dixit!</i></span></html>
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 ===== Beschreibung ===== ===== Beschreibung =====
  
-Es gibt gute Gründe, die Meinung von Autoritäten zu bestimmten Fragen einzuholen und auch ernst zu nehmen: zum Beispiel haben Ärzte aufgrund ihrer Ausbildung eine Autoritätsposition, und man sollte deren Rat – zumindest bei ernsthaften Erkrankungen – nicht leicht­fertig über­gehen.+Es gibt gute Gründe, die Meinung von Autoritäten zu bestimmten Fragen einzuholen und auch ernst zu neh­men: zum Beispiel haben Ärzte aufgrund ihrer Ausbildung eine Autoritätsposition, und man sollte deren Rat – zumindest bei ernsthaften Erkrankungen – nicht leicht­fertig über­gehen.
  
-Allerdings ist auch ein Experte grund­sätzlich nicht vor Irr­tümern gefeit und es gibt zahl­reiche Bei­spiele, in denen sich die Meinungen von Autoritäten im Nach­hinein als falsch heraus­gestellt haben.+Allerdings ist auch ein Experte grund­sätzlich nicht vor Irr­tümern gefeit und es gibt zahl­reiche Bei­spiele, in denen sich die Mein­ungen von Autori­täten im Nach­hinein als falsch heraus­gestellt haben.
  
-Dies alles sind keine Gründe, die Meinungen von Experten grund­sätzlich abzu­lehnen, aber ein Hinweis darauf, dass alleine die Tatsache, dass ein Experte eine bestimmte Meinung äußert, kein hin­reichender Beweis für die Richtig­keit dieser Meinung ist.+Dies alles sind keine Gründe, die Mein­ungen von Experten grund­sätzlich abzu­lehnen, aber ein Hinweis darauf, dass alleine die Tatsache, dass ein Experte eine bestimmte Meinung äußert, kein hin­reichender Beweis für die Richtig­keit dieser Meinung ist.
  
-Dies gilt umso mehr, wenn sich Experten wider­sprechen, etwa weil es unter diesen unter­schied­liche Meinungen zum Sach­verhalt gibt.+Dies gilt umso mehr, wenn sich die Experten wider­sprechen, etwa weil es unter diesen unter­schied­liche Mein­ung­en zum Sach­verhalt gibt.
  
-Letztlich ist eine Abwägung nötig, zwischen einem möglichen Wissens­vorsprung, den eine Autorität hat und der Not­wendigkeit, die Autorität zu hinterfragen. Auf keinen Fall sollte man allerdings [[rhetorik:unfaire_diskussionstaktiken:rosinenpicken|Rosinenpickerei]] betreiben und alleine solchen Autoritäten Glauben schenken, welche die eigene, [[psychologie:kognitive_verzerrungen:bestaetigungsneigung|vorgefertigte Meinung bestätigen]] und andere ignorieren. +Letztlich ist eine Abwägung nötig, zwischen einem möglichen Wissens­vorsprung, den eine Autorität hat und der Not­wendigkeit, die Autorität zu hinterfragen. Auf keinen Fall sollte man allerdings [[rhetorik:unfaire_diskussionstaktiken:rosinenpicken|Rosinenpickerei]] be­treiben und alleine solchen Autoritäten Glauben schenken, welche die eigene, [[psychologie:kognitive_verzerrungen:bestaetigungsneigung|vorgefertigte Meinung be­stä­tig­en]] und andere ignorieren.
-===== Gerechtfertigte Verwendung ===== +
-==== Normative Autoritäten ====+
  
-Bestimmte Autoritäten haben eine //Bestimmungs­gewalt// über den Diskusions­gegen­stand, d.h. die Sach­lage ist so, weil diese Autoritäten es so sagen. Dazu gehören unter anderem Gesetzes­texte, Gerichts­urteile, tech­nische Spezi­fika­tionen und – je nach Sicht­weise – möglicherweise auch bestimmte religiöse Institutionen. In diesem Fall ist eine Diskussion natürlich müßig. Das Wort dieser Autorität ist – im manchen Fällen sogar ganz wörtlich – Gesetz.+==== Wann ist ein Verweis auf eine Autorität wirklich ein Scheinargument? ==== 
 +=== Kein Wissensvorsprung ===
  
-Beispiel: +Aus dem oben gesagten ergibt sich, dass die Aus­sage einer Autorität grundsätzlich ein [[rhetorik:scheinargumente:hauptseite|Schein­argu­ment]] ist, wenn diese keinen deutlichen Wissens­vorsprung vor den Dis­kionsteilnehmern hat.
-> A: //Unfallflucht ist in Deutschland strafbar!// +
-> B: //Wer sagt das?// +
-> A: //Das steht im// [[http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__142.html|Strafgesetzbuch, § 142]].+
  
-Da das Straf­gesetz­buch eine normative Autorität ist, ist ein solcher Verweis gerechtfertigt.+Während z.B. in der Diskussion mit einem medizinischen Laien der Verweis auf die Meinung eines Arztes/einer Ärztin eine Trumpf­karte ist, stehen diese, wenn es um die gleiche Frage bei einer Diskussion zwischen Ärzten geht, auf einer Stufe mit diesen und können daher nicht mehr als Autorität auftreten – je nach Themengebiet bzw. Spezialisierung können manche sogar um­ge­kehrt in einer argumentativ schwächeren Position sein.
  
-Ähnliches gilt für Institutionen, die eine Ent­scheidungs­gewalt haben. So eine Institution sind z.B. die Eltern, die ihren Kindern bestimmte Vorgaben machen dürfen. Jeder, der selbst Kinder hat, kennt wohl Diskussionen wie im folgenden Beispiel:+=== Falsche Autorität ===
  
-Kind: //Warum muss ich denn schon in’s Bett?// +Im schlimmsten Fall ist die angebliche Autorität, auf die verwiesen wird überhaupt keine. Dies ist bei Dis­kus­sionen im Internet wahrscheinlich der mit Abstand häufigste Fall. Aus diesem Grund wird diesen Formen von Scheinargument ein ganzer eigener Artikel gewidmet: <html><span title="Gehe zu:">☞</span></html[[rhetorik:scheinargumente:falsche_autoritaet:hauptseite|Verweis auf eine falsche Autorität]].
-Vater//Weil ich und deine Mutter festgelegt haben, dass 8 Uhr für dich Schlafenszeit ist.//+
  
-Das Festlegen der Schlafens­zeit gehört zur normativen Kompetenz der Eltern und entsprechend reicht der Verweis darauf aus, um diese Diskussion zu beenden (Kinder sehen das mitunter anders). +=== Expertenstreit ===
  
-Bis zur [[wpde>Reform der deutschen Recht­schreibung von 1996]] war der [[wpde>Duden]] die normative Autorität zur deutschen Rechtschreibung. Auch wenn dies heute nicht mehr giltkann man bei Fragen zur korrekten Schreibweise von Wörtern zumindest immer noch davon ausgehendass die Redaktionen der großen Wörterbuchverlage einen gewissen //Wissensvorsprung// in diesem Bereich haben und man sie deshalb ernst nehmen sollte. +Es gibt in jedem Wissen­schafts­bereich und zu fast jedem Thema unter­schied­liche Experten­meinungenund es ist für Außen­stehende praktisch unmöglich, zu erkenneninwieweit die Argu­mente, die von der einen Seite vor­gebracht werden tatsächlich treffender und glaubwürdiger sind, als die der anderen.
-==== Deutlicher Wissensvorsprung ====+
  
-Des weiteren ist ein Verweis auf eine Autorität gerechtfertigtwenn diese ein deutlich größeres Wissen zum Thema als die Diskussions­teil­nehmer hat.+Ohne sehr gute Kenntnis des Fachbereiches kann man auch nicht ein­schätzenob der eine Experte vielleicht in diesem Fach ein Außen­seiter ist, während der andere womöglich die über­wiegende Mehr­heit seiner Fach­kollegen hinter sich hat.
  
-So sollte man z.B. zunächst davon ausgehen, dass ein zugelassener Arzt, nach langjähriger Ausbildung und praktischer Erfahrung, einen Wissensvorsprung vor den meisten – auch medizinisch interessierten – Patienten hat, der ernst genommen werden sollte.+Aus diesen Gründen sollte der wissenschaftliche Diskurs möglichst in wissenschaftlichen Publikationen ausgetragen werden und nicht in der Presse oder auf sozialen Medien.
  
-A: //Warum nimmst du Antibiotika? Die schaden doch mehr, als sie nützen.// +<html><p class="info-box"></html>**Hinweis:** Das Austragen von Fach­debatten in wissen­schaftlichen Publikationen hat auch zur Folge, dass man praktisch zu jedem beliebigen Standpunkt irgendein Papier findet, welche diese zu unter­stützen scheintOhne tiefer gehende Beschäftigung mit dem jeweiligen Thema ist es für Außenstehende praktisch un­mög­lich, ein­zu­schätzen, ob die Argumente in einer Pub­lika­tion wirklich stichhaltig oder vielleicht doch schon längst wider­legt sind.<html></p></html>
-B//Weil mein Arzt sie mir verschrieben hat um die Infektion zu bekämpfen.//+
  
-Auch wenn sich – siehe oben – auch Ärzte täuschen können und unterschiedliche Herangehensweisen an bestimmte Erkrankungen haben, wiegt die Empfehlung des Arztes zunächst (bis zum Beweis des Gegenteils) deutlich schwerer als eine eventuelle Laienmeinung zum selben Thema.+=== Diskussion über Normen ===
  
-Es sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es Vertreter bestimmter medizinische Berufe gibt, die sich zwar gerne als Autoritäten in medizinischen Fragen ausgeben und möglicherweise auch gegenüber Laien einen Wissensvorsprung haben, aber etwa im Vergleich mit ausgebildeten Ärzten keinen solchen Status geltend machen können (siehe -> [[wpde>Heilpraktiker#Kritik|Heilpraktiker]]). +Auch normative Autoritäten wie Gesetzes­texte oder technische Spezifikationen haben eine Entstehungund oft eine Revisions­geschichteWenn die Diskussion darüber geht, ob und wie solche Regeln auf­gestellt bzw. ge­ändert werden sollen, dann ist ein schlichter Verweis auf den <html><i lang="la" title="Lat.: Zustand, in dem [etwas jetzt ist]">Status Quo</i></html> nicht hilfreich.
-==== Wann ist ein solcher Verweis nicht gerechtfertigt? ====+
  
-=== Kein Wissensvorsprung ===+==== Umgekehrtes Autoritätsargument ====
  
-In Umkehrung des oben Gesagten ist die Aus­sage einer Autorität grundsätzlich ein [[rhetorik:scheinargumente:hauptseite|Scheinargument]], wenn diese keinen deutlichen Wissens­vorsprung vor den Diskutanten hat.+Eine Variante des //Autoritätsargumentes// besteht in der Zurückweisung einer Position, alleine weil sie //nicht// von einem Experten stammt. Dies kann man dann als eine Form von <html><i lang="la"></html>[[rhetorik:ablenkungsmanoever:ad_hominem:hauptseite|ad Hominem]]<html></i></html>-Argument ansehen.
  
-Während z.B. in der Diskussion mit einem medizinischen Laien der Verweis auf die Meinung eines Arzt eine Trumpf­karte ist, steht dieser wenn es um die gleiche Frage unter Ärzten geht, auf einer Stufe mit diesen und kann damit nicht als Autorität auftrumpfen – je nach Themengebiet kann dieser sogar umgekehrt in der schwächeren Position sein.+Gewöhnlich wird Expertentum dabei an einer formellen fachlichen Ausbildung oder am Renommée festgemachtMan bekommt dann Aussagen wie die folgende zu hören:
  
-=== Diskussion über Normen ===+> <html><s class="invalid">Das kann XYZ gar nicht wissen, der hat das nicht studiert.</s></html>
  
-Auch normative Autoritäten wie Gesetzes­texte oder technische Spezifikationen haben eine Entstehung- und oft eine Revisions­geschichte. Wenn die Diskussion darüber gehtob und wie solche Regeln auf­gestellt bzwge­ändert werden sollendann ist ein schlichter Verweis auf den <html><i lang="la" title="Lat.: Zustand, in dem [etwas jetzt ist]">Status Quo</i></html> nicht hilfreich.+Prinzipiell ist es für die Gültigkeit eines Argumentes zunächst völlig irrelevant//von wem// es vorgebracht wird – dies gilt im negativen Sinne ebenso wie im positivenUnd ebenso wie sich auch Experten (zumindest gelegent­­lich) irrenhaben Laien auch korrekte Einsichten.
  
-===== Umgekehrtes Autoritätsargument =====+Während //alleine// die Tatsache, dass eine Position von einem Außenseiter vorgebracht wird, kein Grund ist, sie zurück­­zu­­weisen, sollte man die Beweise, die für die Position vorgebracht werden, grundsätzlich kritisch be­trachten um zu sehen, ob sie wirklich stichhaltig sind.
  
-In einer Variante des //Autoritätsargumentes// wird ein Argument abgewiesenda es gerade //nicht// von einem Experten stammt.+Dabei sollte aber auch jedem immer klar sein: wenn eine Laienmeinung gegen eine Expertenmeinung stehtist es grund­­sätzlich empfehlenswert, zunächst einmal dem Experten mehr Glauben zu schenken. 
 +===== Gerechtfertigte Verwendung ===== 
 +==== Normative Autoritäten ====
  
-Im Extremfall wird auch Expertenwissen allein an einer formellen fachlichen Ausbildung festgemachtMan bekommt dann Aussagen wie die folgende zu hören:+Bestimmte Autoritäten haben eine //Bestimmungs­gewalt// über den Diskusions­gegen­stand, d.h. die Sach­lage ist so, weil diese Autoritäten es so sagen. Dazu gehören unter anderem Gesetzes­texte, Gerichts­urteile, tech­nische Spezi­fika­tionen und – je nach Sicht­weise – möglicherweise auch bestimmte religiöse Institutionen. In diesem Fall ist eine Diskussion natürlich müßig. Das Wort dieser Autorität ist – im manchen Fällen sogar ganz wörtlich – Gesetz.
  
-<html><i class="invalid long2">Das kann XYZ gar nicht wissen, der hat das nicht studiert.</i></html>+Beispiel: 
 +A: Unfallflucht ist in Deutschland strafbar! 
 +B: Wer sagt das? 
 +A: Das steht im [[http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__142.html|Strafgesetzbuch, § 142]].
  
-Prinzipiell ist es für die Gültigkeit eines Argumentes zunächst völlig irrelevant //von wem// es vorgebracht wird – dies gilt im negativen Sinne ebenso wie im positiven. Und ebenso wie sich auch Experten (zumindest gelegentlich) irrenhaben Laien auch korrekte Einsichten.+Da das Straf­gesetz­buch eine normative Autorität ist, ist ein solcher Verweis gerechtfertigt.
  
-Während //alleine// die Tatsachedass eine Position von einem Außenseiter vorgebracht wird, kein Grund ist, sie zurück­zu­weisen, sollte man die Beweise, die für die Position vorgebracht werdengrundsätzlich kritisch betrachten um zu sehenob sie wirklich stichhaltig sind.+Ähnliches gilt für Institutionendie eine Ent­scheidungs­gewalt haben. So eine Institution sind z.B. die Eltern, die ihren Kindern bestimmte Vorgaben machen dürfen. Jederder selbst Kinder hatkennt wohl Diskussionen wie im folgenden Beispiel:
  
-Dabei sollte aber auch jedem immer klar seinwenn eine Laienmeinung gegen eine Expertenmeinung steht, ist es grundsätzlich empfehlenswerterst einmal dem Experten mehr Glauben zu schenken+> KindWarum muss ich denn schon in’s Bett? 
-==== Schuld durch Assoziation ====+> Vater: Weil ich und deine Mutter festgelegt habendass 8 Uhr für dich Schlafenszeit ist
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 +Das Festlegen der Schlafens­zeit gehört zur normativen Kompetenz der Eltern und entsprechend reicht der Verweis darauf ausum diese Diskussion zu beenden (Kinder sehen das mitunter anders).  
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 +Bis zur [[wpde>Reform der deutschen Recht­schreibung von 1996]] war der [[wpde>Duden]] die normative Autorität zur deutschen Rechtschreibung. Auch wenn dies heute nicht mehr gilt, kann man bei Fragen zur korrekten Schreib­weise von Wörtern zumindest immer noch davon ausgehen, dass die Redaktionen der großen Wörter­buch­verlage einen gewissen //Wissensvorsprung// in diesem Bereich haben und man sie deshalb ernst nehmen sollte
 +==== Deutlicher Wissensvorsprung ==== 
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 +Des Weiteren ist ein Verweis auf eine Autorität gerechtfertigt, wenn diese ein deutlich größeres Wissen zum Thema als die Diskussions­teil­nehmer hat. 
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 +So sollte man z.B. zunächst davon ausgehen, dass ein zugelassener Arzt, nach langjähriger Ausbildung und praktischer Erfahrung, einen Wissensvorsprung vor den meisten – auch medizinisch interessierten – Patienten hat, der ernst genommen werden sollte. 
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 +> A: Warum nimmst du Antibiotika? Die schaden doch mehr, als sie nützen. 
 +> B: Weil mein Arzt sie mir verschrieben hat um die Infektion zu bekämpfen. 
 + 
 +Auch wenn sich – siehe oben – auch Ärzte täuschen können und unterschiedliche Herangehensweisen an bestimmte Erkrankungen haben, wiegt die Empfehlung des Arztes zunächst (bis zum Beweis des Gegenteils) deutlich schwerer als eine eventuelle Laienmeinung zum selben Thema. 
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 +Es sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es Vertreter bestimmter medizinische Berufe gibt, die sich zwar gerne als Autoritäten in medizinischen Fragen ausgeben und möglicherweise auch gegenüber Laien einen Wissensvorsprung haben, aber etwa im Vergleich mit ausgebildeten Ärzten keinen solchen Status geltend machen können (z.B. [[wpde>Heilpraktiker#Kritik|Heilpraktiker]]).
  
-Das eigentliche Gegenstück zum //Autoritätsargument// sind jedoch die verschiedenen unter „[[rhetorik:ablenkungsmanoever:ad_hominem:schuld_durch_assoziation:hauptseite|Schuld durch Assoziation]]“ genannten Formen von [[rhetorik:ablenkungsmanoever:ad_hominem:hauptseite|Ad-Hominem]]-Argumenten. Hierbei wird eine Position oder ein Argument allein deswegen abgelehnt, weil sie //auch// von einer Person oder Gruppe vertreten wird, die einen schlechten Ruf hat. 
 ===== Siehe auch ===== ===== Siehe auch =====
  
-  * [[rhetorik:scheinargumente:autoritaetsargument:verweis_auf_falsche_autoritaet|Verweis auf eine falsche Autorität]] 
-  * [[rhetorik:ablenkungsmanoever:ad_hominem:schuld_durch_assoziation:hauptseite|Schuld durch Assoziation]] 
   * [[psychologie:kognitive_verzerrungen:autoritaetsglauben|Autoritätsglauben]]   * [[psychologie:kognitive_verzerrungen:autoritaetsglauben|Autoritätsglauben]]
 +  * [[rhetorik:ablenkungsmanoever:ad_hominem:schuld_durch_assoziation:hauptseite|Schuld durch Assoziation]]
 +  * [[rhetorik:unfaire_diskussionstaktiken:selbstueberhebung|Selbst­über­he­bung]]
 +  * [[rhetorik:scheinargumente:autoritaetsargument:verweis_auf_falsche_autoritaet|(Verweis auf eine) falsche Autorität]]
  
 ===== Weitere Informationen ===== ===== Weitere Informationen =====