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denkfehler:reifikation

Reifikation

Die „Verdinglichung“ von abstrakten Konzepten oder Menschen.

Der Begriff „Reifikation“ wird in zwei verschiedenen Bedeutungen gebraucht: zum einen beschreibt es den Fehler, abstrakte Konzepte als reale Dinge zu betrachten; Zum anderen die Tendenz, Menschen zu „verdinglichen“.

Beispiele:

Schuld daran, dass Frauen weniger verdienen als Männer ist das Patriarchat.

Der Begriff „Patriarchat“ ist ein abstrakter Begriff, der eine Vielzahl von Aspekten der gesellschaftlichen Struktur abbildet. Ein solches abstraktes Konzept kann keine „Schuld“ an irgend etwas haben.

Die Arbeit kann von den vorhandenen Ressourcen gut durchgeführt werden.

Was hier als „Ressourcen“ bezeichne wird, sind Menschen, die die Arbeit machen. Sie sollten auch als solche bezeichnet werden.

Andere Namen

  • Verdinglichung
  • Vergegenständlichung
  • Hypostasierung
  • (Fallacy of) misplaced concreteness

Beschreibung

Abstrakte Konzepte sind oft leichter verständlich wenn man sie an konkreten Dingen erklärt, oder wenn man sie in konkrete Begebenheiten übertragen kann. Grund­sätzlich spricht da auch nichts gegen solche Über­trag­ungen des Abstrakten auf etwas Konkretes, solange erkennbar ist, welche Aspekte des Konzeptes durch diese Über­tragung erklärt werden, und wo die Grenzen liegen.

Zu einem Problem wird es, wenn man nun solche Übertragungen als „real“ annimmt und versucht, auf der Existenz dieser aufbauende Schlüsse zu ziehen.

Andere Bedeutungen

Gelegentlich wird der Ausdruck „Reifikation“ auch umgekehrt, für die „Verdinglichung“ von Menschen, benutzt. Zum Beispiel wenn Arbeiter als „Ressourcen“ bezeichnet werden.

FIXME Dieser Abschnitt ist noch in Bearbeitung.

Siehe auch

Weitere Informationen

denkfehler/reifikation.txt · Zuletzt geändert: 2019/11/06 16:49 von Sascha