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logik:begriffe:bikonditional

Bikonditional

eine zusammengesetzte logische Aussage, welche genau dann wahr ist, wenn alle Elemente den selben Wahrheitswert haben.

Eine Zahl ist gerade genau dann, wenn sie durch zwei teilbar ist.

Wahrheitstabelle

A B A ↔ B
wahr wahr wahr
wahr falsch falsch
falsch wahr falsch
falsch falsch wahr

Ein Bikonditional ist wahr wenn beide Teilaussagen identische Wahrheitswerte haben.

Andere Namen

  • Bisubjunktion
  • (Materiale) Äquivalenz

Logisches Symbol

Im Rahmen dieser Website wird der Doppelpfeil (, gesprochen: „genau dann, wenn“) als Zeichen für das Bikonditional verwendet. In anderen Publikationen kann man u.a. oder oder gelegentlich auch die Tilde (~) finden. In der Mathematik ist das englische Kunstwort iff gebräuchlich.

Beschreibung

Ein Bikonditional ist ein Sonderfall der Subjunktion (die auch „Konditional“ genannt wird): Für jede wahre bikonditionale Aussage A ↔ B gilt, dass sowohl A → B als auch B → A wahr sein müssen.

Es gilt, dass:

A → B
B → A
∴ A ↔ B

Anwendung

Das Bikonditional ist ein sehr aussagekräftiger logischer Junktor, was auch heißt, dass es außerhalb von formalen Systemen (wie Mathematik und Logik) nur sehr wenige praktische Anwendungsfälle gibt, in denen solche Aussagen gültig wären.

Dies umfasst insbesondere die folgenden Situationen:

1. Tautologische Aussagen

Offensichtlich sind bikonditionale Aussagen immer gültig, wenn Antezedenz und Konsequenz (A und B) identisch sind (z.B. „Wenn es regnet, regnet es“).

Dasselbe gilt auch, wenn die Tautologie nur indirekt besteht, etwa durch die Definitionen der verwendeten Begriffe; Solche Aussagen gibt es v.a. in der Mathematik – z.B. aus „wenn eine Zahl durch 2 teilbar ist, ist sie gerade“ lässt sich ableiten, dass „wenn eine Zahl nicht gerade ist, ist sie nicht durch 2 teilbar“, da „gerade“ und „durch 2 teilbar“ per Definition synonym verwendbar sind.

Solche Tautologien können über mehrere Zwischenstufen definiert sein, wie das folgende Beispiel zeigt:

Wenn heute Montag ist, ist übermorgen Mittwoch.

Man kann „Mittwoch“ definieren als „der Tag nach Dienstag“ und diesen wiederum als den „Tag nach Montag“. Damit liegt der Mittwoch per Definition „zwei Tage nach Montag“. Damit ist die Aussage tautologisch und folglich ist auch die Umkehrung wahr:

Wenn übermorgen Mittwoch ist, ist heute Montag.

2. Leere Komplementärmenge

Auch unabhängig von einer echten Tautologie können A und B identische Mengen beschreiben: In der Mengenlehre lässt sich dies so beschreiben, dass gilt: 𝔸 ∖ 𝔹 = ∅ (die Differenzmenge von A mit B ist leer).

Zum Beispiel die folgenden Mengen:

𝔸 = Alle Astronauten, die zum Mond geflogen sind.
𝔹 = Alle Personen, die Gesteinsproben vom Mond geholt haben.

Auch wenn 𝔸 und 𝔹 nicht notwendigerweise die selbe Menge beschreiben (es ist möglich, zum Mond zu fliegen ohne Gesteinsproben mitzubringen), gibt es keine leere Schnittmenge*. Daher ist das Bikonditional A ↔ B gültig.

* Hinweis: ich vermute, dass diese Gruppen identisch sind, habe dafür aber keine Quelle gefunden. Dies soll daher nur ein (rein theoretisches) Beispiel darstellen. Wer mehr Informationen dazu hat, soll mich bitte kontaktieren.

Bedeutung

Der logische Fehlschluss der Negation der Antezedenz beruht auf einer Verwechslung von Subjunktion und Bikonditional.

Siehe auch

Weitere Informationen

logik/begriffe/bikonditional.txt · Zuletzt geändert: 2019/09/29 00:06 von Sascha