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logik:fehlannahmen:mehrdeutigkeitsfehler:aequivokation:metonymie

Metonymie

bezeichnet ein rhetorisches Stilmittel, bei dem ein anderes Wort als Ersatz für das eigentlich gemeinte benutzt wird.

Um ein Metonym handelt es sich zum Beispiel, wenn man „sein Brot verdienen“ als Umschreibung für „seinen Lebensunterhalt verdienen“ benutzt.

Wichtig ist dabei, dass der verwendete Ausdruck in einer anderen Bedeutung als gewöhnlich verwendet wird. Daher können Metonyme eine Ursache von Äquivokationen darstellen.

Namensherkunft

Der Begriff Metonymie leitet sich vom Altgriechischen „μετωνυμία“ her, was so viel wie „den Namen austauschen“ bedeutet.

Obwohl er sich explizit auf „Namen“ (ὄνυμα) bezieht, wird er so verstanden, dass er sich auf beliebige Begriffe beziehen kann.

Eine Umschreibung eines Namens (z.B. „der Bundestrainer“ für Joachim Löw) wird als Antonomasie (von ἀντονομάζειν, „etw. anders nennen“) bezeichnet. Dies ist ein Sonderfall der Metonymie.

Beschreibung

Es gibt zahlreiche Varianten der Metonymie, die sich auf die verschiedenen Beziehungen der ausgetauschten Begriffe beziehen. Die wichtigsten sind:

Unter anderem können Ursachen und Wirkungen bzw. Erzeuger für Erzeugnis vertauscht werden (etwa ein „Zeiss“ stellvertretend für ein Fernglas dieses Herstellers, oder man liest „Süskind“ und meint z.B. „Das Parfum“.

Ebenso kann ein Ort oder eine geographische Bezeichnung anstelle des dort befindlichen verwendet werden, etwa „Berlin“ anstelle der Bundesregierung.

Ein Teil kann für ein Ganzes stehen (pars pro toto) bzw. das Ganze für einen Teil (totum pro parte). Zum Beispiel meint man, wenn man sagt „ich nehme noch einen Becher“ meist nicht nur den (leeren) Becher, sondern das Trinkgefäß samt Inhalt. Ebenso bedeutet die Aussage „Deutschland gewinnt die Goldmedaille!“ nicht, dass das ganze Land eine solche gewonnen hätte, sondern nur ein Teil, nämlich der oder die Athleten, die bei dem Wettkampf angetreten waren.

Beispiele

Pars pro toto

Ein Beispiel für einen Mehrdeutigkeitsfehler, der auf einer Äquivokation in Form eines pars pro toto beruht:

Tiere passen sich durch Evolution an veränderte Lebensräume an.
Noch nie hat jemand ein Tier bei der Evolution gesehen.
Also ist die Evolutionstheorie falsch.

Hier steht einmal der Begriff “Tiere” als pars pro toto für Tiergattungen oder Spezies und einmal für individuelle Lebewesen (nebenbei handelt es sich auch noch um ein Strohmann-Argument, da die angegriffene Evolutionslehre nicht korrekt widergegeben wurde).

Siehe auch

Weitere Informationen

logik/fehlannahmen/mehrdeutigkeitsfehler/aequivokation/metonymie.txt · Zuletzt geändert: 2019/09/28 17:06 von Sascha