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logik:fehlschluesse:verteilungsfehler:unverteilter_mittelbegriff

Unverteilter Mittelbegriff

Fehlerhafter Syllogismus, bei dem der Mittelbegriff, der die beiden Prämissen verbindet, nicht entsprechend der gültigen Verteilungsregeln benutzt wird.

Beispiel für einen unverteilten Mittelbegriff:

Alle Hunde sind Tiere.
Alle Katzen sind Tiere.
——————————
Alle Katzen sind Hunde.

In diesem Beispiel ist der Begriff „Tiere“ der Mittelbegriff. Allerdings wird das Prädikat in einer Aussage vom Typ A („alle S sind P“) nicht verteilt. Da hier der Mittelbegriff in beiden Prädikaten an nicht verteilten Positionen erscheint, lässt sich aufgrund dieser Prädikate kein gültiger Schlusssatz bilden.

Verteilungsregel

Die Verteilungsregeln für Syllogismen sind auf der Kategorieseite zu „Verteilungsfehlern“ zusammengefasst. Die Regel, die hier verletzt wird, kann wie folgt formuliert werden:

„Der Mittelbegriff, der die beiden Prämissen verbindet, muss in mindestens einer der Prämissen verteilt vorkommen.“

Für die vier in einem Syllogismus möglichen Aussageformen gelten die folgenden Regeln zur Verteilung der Begriffe:

Subjekt Prädikat
A Alle S sind P verteilt  nicht verteilt
I Keine S sind P nicht verteilt nicht verteilt
E Einige S sind P verteilt verteilt
O Einige S sind nicht P nicht verteilt verteilt

Im Beispiel oben sind beide Prämissen Aussagen vom Typ A („alle S sind P“), d.h. der Mittelbegriff (hier: „Tiere“) ist in beiden in nicht verteilter Position. Damit ist diese Form eines Syllogismus nicht gültig.

Siehe auch

Weitere Informationen

logik/fehlschluesse/verteilungsfehler/unverteilter_mittelbegriff.txt · Zuletzt geändert: 2018/04/29 15:16 von Sascha