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rhetorik:ad_hominem:beleidigungen

Beleidigungen

Anstatt auf ein Argument oder eine Position einzugehen wird die Person, die das Argument vorbringt verächtlich gemacht, beleidigt oder beschimpft.

Beispiele (leider nicht erfunden):

A: Die Kriminalitätsrate von Flüchtlingen ist nicht höher als die der deutschen Bevölkerung.
B: Du links-grün versiffter Faschist möchtest wohl uns Deutsche ausrotten!

Auch aus anderen politischen Ausrichtungen bekommt man so was zu hören:

A: Die Bereitschaft der Bevölkerung, Flüchtlingen zu integrieren, ist nicht unbegrenzt, wir sollten also Mittel und Wege finden, den Zuzug zu begrenzen.
B: Solchen Nazis wie dir gehört doch die Fresse poliert!

In keinem der Fälle wird irgend ein Beitrag zur Diskussion geleistet – man könnte ja durchaus darüber diskutieren, ob die Kriminalitätsstatistik in diesem Fall zuverlässig ist, oder ob es überhaupt rechtliche Möglichkeiten gibt, den Zuzug von Flüchtlingen zu begrenzen, etc. Stattdessen wird durch die Beleidigungen jede weitere Diskussion unmöglich gemacht.

Andere Namen

  • Direktes ad hominem
  • Missbräuchliches ad hominem
  • Abusive Ad Hominem
  • Refutation by caricature
  • Name-calling

Beschreibung

Diese Form des persönlichen Angriffes hat zwei wesentliche Funktionsweisen: zum einen wird durch die Verlagerung der Diskussion von der sachlichen Ebene auf einen persönlichen Angriff die weitere Diskussion zum Thema erschwert oder ganz unmöglich gemacht (Ablenkungsmanöver), zum anderen wird damit eine ebenso heftige Reaktion provoziert, die zum gleichen Ergebnis beiträgt.

Einschränkungen

Keine. Beleidigungen sind ebenso wie Gewaltandrohungen kein probates Mittel des fairen Diskurses.

Siehe auch

Weitere Informationen

rhetorik/ad_hominem/beleidigungen.txt · Zuletzt geändert: 2019/01/13 14:11 von Sascha