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rhetorik:scheinargumente:strohmann

Strohmann

Anstelle des tatsächlichen Argumentes wird ein unzulässig vereinfachtes oder grob verzerrtes angegriffen, dass sich dann natürlich viel leichter widerlegen lässt.

Beispiel:

A: Laut Kant können wir schließlich tun und lassen, was wir wollen, solange es alle anderen auch dürfen. Daraus folgt, dass wir uns auch gegenseitig ermorden dürften und folglich ist Kants Philosophie als ethische Handlungsanleitung widersinnig.

Diese Interpretation von Kants Kategorischem Imperativ ist so grob verzerrt, dass sie kaum noch etwas mit dem Original zu tun hat. Wenn auch sicher alle dem Schluss zustimmen dürften, dass eine solche Handlungsregel widersinnig wäre, sagt dies daher nichts über Kants Philosophie aus.

Name

Der deutsche Ausdruck „Strohmann“ ist eine direkte Übersetzung des englischen Begriffes „Straw man (fallacy)“.

Der Begriff bezieht sich auf Puppen (meist aus Stroh), die als Trainingsgegner z.B. beim Fechttraining eingesetzt werden. Diese sind naheliegender Weise sehr viel einfacher zu „besiegen“ als ein richtiger Gegner.

Als Übersetzung wurde auch schon „Argument gegen Pappkameraden“ vorgeschlagen, was in der Tat etwas verständlicher sein kann. Da aber auch im Deutschen oft der englische Ausdruck „Strawman“.verwendet wird, bleiben wir hier beim direkt übersetzten Begriff.

Beschreibung

Eine gut aufgebaute Argumentation oder Diskussionsposition sauber zu widerlegen ist keine einfache Aufgabe und gerade wenn diese auch komplex ist, kann es aufwändig und schwierig sein, dies auf eine zufrieden stellende Weise zu tun.

Schlimmer noch: allzu leicht findet man bei der Auseinandersetzung mit der gegnerischen Position heraus, dass die eigene Argumentation in der bisherigen Form nicht mehr haltbar ist. Oder womöglich findet der ein oder andere Beobachter die Position des Gegners dann auch noch einleuchtender als die eigene…

Stattdessen ist es viel einfacher, dem Gegner eine verzerrte Argumentation in den Mund zu legen, die mit geringem Aufwand, vollständig und auch für alle verständlich widerlegbar ist.

Im Folgenden werden einige übliche Methoden, Strohmann-Argumente vorzubringen, kurz angerissen. Diese Liste erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Verzerrung der ursprünglichen These

Es wird eine verzerrte, übermäßig vereinfachte oder einfach komplett falsch dargestellte Version der gegnerischen These dargestellt. Diese ist so gestaltet, dass sie leichter zu widerlegen oder abzuweisen ist.

Widerlegung eines Scheingegners

Die Position wird hierbei durch einen vorgeblichen Gegner dargestellt (der eine Rolle ähnlich des Advocatus Diaboli einzunehmen vorgibt). Allerdings nutzt dieser Scheingegner dann nur schwache und leicht zu widerlegende Argumente.

In jedem Fall wird dabei vorgegeben, dass mit dieser Widerlegung auch das ursprüngliche Argument widerlegt sei. Dies ist jedoch nicht der Fall, es handelt sich daher um ein Scheinargument.

In vielen Fällen enthalten „Strohmann Argumente“ aber auch Aspekte einer unfairen Diskussionstaktik und natürlich können sie auch als Ablenkungsmanöver benutzt werden.

Gerechtfertigte Anwendung

Es handelt sich nicht um ein „Strohmann Argument“, wenn ein abstrakt und womöglich vage formuliertes Argument des Gegners konkretisiert wird, um es zu verdeutlichen. Insbesondere wenn ein Beispiel vorgebracht wird. Allerdings muss dies natürlich die gegnerische Position fair und korrekt wiedergeben.

Hat man die Thesen des Gegners tatsächlich nicht vollständig verstanden, oder steht zu befürchten, dass zumindest ein Teil der Zuhörer sie nicht verstanden haben, kann es sinnvoll sein, sie nochmals in eigenen Worten zusammenzufassen. Sinnvollerweise bittet man den Gegner dann aber um eine Bestätigung, dass dies seine Position korrekt wiedergibt.

Beispiele

FIXME Dieser Abschnitt ist noch in Bearbeitung.

Siehe auch

Weitere Informationen

rhetorik/scheinargumente/strohmann.txt · Zuletzt geändert: 2019/05/19 16:45 von Sascha