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statistik:interpretationsfehler:wahrscheinlichkeitsirrtuemer:scheinkorrelation

Scheinkorrelation

Eine statistische Korrelation, der kein direkter Kausalzusammenhang zugrunde liegt. Der Begriff ist etwas irreführend, da es nicht die Korrelation ist, die „scheinbar“ ist, sondern die Kausalbeziehung.

Beispiel:

Die Zahl von Störchennestern in einer Region korreliert hoch mit der Geburtenrate [bei Menschen] in dieser Region.
Folglich gibt es einen Kausalzusammenhang zwischen Störchen und Geburten.

Störche fühlen sich naheliegenderweise dort am wohlsten, wo sie genügend Nahrung finden und das ist eher auf dem Land der Fall als in der Stadt. Ebenso ist die Geburtenrate bei Menschen auf dem Land höher als in der Stadt, was wiederum an Faktoren wie (vermutete) Lebensqualität und geringerer Ablenkung liegen könnte – sicher aber nicht an der höheren Storchendichte.

Aus der Korrelation eine Kausalbeziehung zwischen Störchen und Geburten herzuleiten ist daher ziemlich offensichtlicher Unsinn.

Beschreibung

Grundsätzlich beschreibt eine Korrelation immer einen statistischen Zusammenhang; Kausalität hingegen beschreibt – wie der Name schon sagt: einen Kausalzusammenhang.

Auch wenn eine (möglichst hohe) Korrelation ein Hinweis auf eine wie auch immer geartete Kausalbeziehung sein kann, reicht diese keinesfalls aus, um auf eine Kausalität zu schließen.

Kausalität

Kausalität ist ein komplexes metaphysisches und epistemologisches Problem, das bis heute nicht abschließend geklärt ist. Tatsächlich gehört dabei der Grundsatz, dass Korrelation und Kausalität miteinander inkompatibel sind, zu den wenigen allgemein anerkannten Aussagen zur Kausalität.

Für Interessierte sei hier nur auf den gleichnamigen Wikipedia-Artikel verwiesen, der viele Hinweise für das weitere Studium bietet.

Merke: Korrelation impliziert keine Kausalität.

Abgrenzung

Neben der hier aufgeführten Scheinkorrelation, wird auf dieser Site unterschieden:

Der Kausalitätsirrtum, eine (informeller) Denkfehler, bei dem gemeinsam bzw. aufeinander folgende Ereignisse als kausal verbunden angenommen werden, sowie

Die Kausalillusion, ein unbewusster psychologischer Effekt (kognitive Verzerrung), welche gemeinsam oder in zeitlicher Abfolge vorkommende Phänomene als kausal verbunden erscheinen lässt.

Beispiele

Es gibt mehrere Sammlungen von offensichtlichen Scheinkorrelationen, die sehr kurzweilig durchzulesen sind. Empfehlenswert sind z.B:

Siehe auch

Weitere Informationen

statistik/interpretationsfehler/wahrscheinlichkeitsirrtuemer/scheinkorrelation.txt · Zuletzt geändert: 2019/10/13 23:22 von Sascha